Aktuelle Meldungen rund um das Franz-Röhr-Bildungswerk

Doppelseminar in Bad Wörishofen

Doppelseminar in Bad Wörishofen

In der Kneipp-Stadt Bad Wörishofen fanden vom 23.-27.09.19 die beiden Seminare „Betriebsverfassungsrecht 3 und aktuelle Rechtsprechung“ und „Suchterkrankungen am Arbeitsplatz“ statt.

Mit dem Seminar „Betriebsverfassungsrecht 3 und aktuelle Rechtsprechung“ schließt das FRBW erfolgreich seine Seminarreihe der Grundlagenseminare für Betriebsräte ab. Da aber die einzelnen Seminare inhaltlich in sich geschlossen sind, war die Seminargruppe bunt gemischt mit Betriebsräten, die bereits an Teilen der Seminarreihe teilgenommen haben, sowie „Neulingen“ in der Reihe. Wie die anderen Grundlagenseminare des FRBW teilte sich auch diese Seminarwoche in zwei inhaltliche Hälften auf. Während der ersten Hälfte setzte sich die Gruppe mit den wirtschaftlichen Belangen aus dem Betriebsverfassungsrecht auseinander, referiert von Joachim Müller (RA). In der zweiten Hälfte folgte ein Teil zur professionellen Kommunikation mit der Kommunikationstrainerin Tatjana Nuding. So konnten die Teilnehmenden ihre Kompetenzen sowohl in rechtlichen Themen als auch im Bereich Kommunikation erweitern.

Parallel fand das Seminar „Suchterkrankungen am Arbeitsplatz“ statt. Im Lauf der Woche setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der Thematik auseinander. Schnell wurde klar, wie vielschichtig Suchterkrankungen sind und wie sensibel damit umgegangen werden muss. Nicht zuletzt durch die lockere Atmosphäre und interaktive Seminargestaltung vergingen die Seminartage mit den Referenten Oliver Fröhlich (RA) und Jasmina Brancazio äußerst schnell.

Jugendseminar in Baden-Württemberg – Weil Jede(r) eine Stimme hat!

Jugendseminar in Baden-Württemberg – Weil Jede(r) eine Stimme hat!

Weil jeder eine Stimme hat und politische Beteiligung die Grundlage unserer Demokratie darstellt, hat die CGM Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Franz-Röhr-Bildungswerk ein Jugendseminar zum Thema „Demokratie (er)leben – weil Jede(r) eine Stimme hat! -Widerstand und Nonkonformismus mal anders“, vom 18.10 bis zum 20.10.2019 in Stuttgart abgehalten.

Das Wochenendprogramm war sehr vielseitig und beinhaltete neben Workshops zum Themenbereich NS-Zeit im Hotel Silber und einer S21-Baustellenbegehung auch viel Input zu den Themen Bürgerbeteiligung und Möglichkeiten politischer Einflussnahme.

Viele beeindruckende und interessante Hintergrundinformationen zur Arbeit eines Politikers gab es dann auch bei einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Kenner (SPD) oben drauf.

Natürlich durfte auch ein abwechslungsreiches Abendprogramm nicht fehlen. Ganz nach dem Motto „fun and more“ hatten die Teilnehmer_Innen bei der „Stuttgart Nacht“ die Möglichkeiten den Baden-Württembergischen Landtag und das Rathaus Stuttgart auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Bei Musik und interessanten Künstlern stand dem „Feierabendprogramm“ und vielen Diskussionen also nichts mehr im Weg.

Ziel des Seminars war es auch die Interessen und Ideen der jungen Teilnehmer_Innen im Bereich der Gewerkschaftsarbeit abzuklopfen. Wie sieht die Gewerkschaft der Zukunft für unsere jungen Kollegen_Innen aus und in welchen Bereichen besteht aus ihrer Sicht Handlungsbedarf? Ein bunter Austausch in der Hauptverwaltung der CGM stellte daher den Abschluss des Wochenendes dar und gab den Kolleginnen der CGM und des FRBW die Möglichkeit, viele neue Ideen mitzunehmen.

Am Ende ist klar, wir freuen uns alle auf das nächste gemeinsame Seminar. Die nächste Veranstaltung befindet sich bereits in Planung.

Workshop im Museum „Hotel Silber“
Im Landtag in Stuttgart, Baden-Württemberg

Auftakt Seminarreihe für Aufsichtsräte

Auftakt Seminarreihe für Aufsichtsräte

Doppelseminare in Heidenheim vom 03.-05.07.19: ERA für Betriebsräte und Bilanzen für Aufsichtsräte!

Wird man als Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsrat gewählt, steht man vor einer Vielzahl neuer Herausforderungen – die zum Teil existenziell für das gesamte Unternehmen sein können. Bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe unterstützt das FRBW mit einer neuen Seminarreihe für Aufsichtsräte! Den Auftakt bildete das Thema „Bilanzkunde, Bilanzanalyse und Vorschriften nach IFRS“. Der Referent Michael Edinger vermittelte dabei gekonnt mit einer angenehmen Portion Humor das zunächst sehr abstrakt erscheinende Thema.

Zeitgleich fand mit dem ehem. Verbandsingenieur bei Südwestmetall Detlef Reisener das Seminar „Einführung in das Entgelt-Rahmenabkommen (ERA)“ statt. Neben den typischen Grundlagen zur Eingruppierung stand hier auch das Thema der länderspezifischen Unterschiede im Fokus: denn jedes Bundesland hat seine Kuriositäten. Diese wurden von den Teilnehmenden interessiert gegenübergestellt und diskutiert – denn was gilt bei einem bundesweit aufgestellten Unternehmen? Eine Frage, die mit dem neu erworbenen Wissen kompetent beantwortet werden konnten!

Begeistert schauen die beiden Seminargruppen auf interessante Seminartage mit kompetenten Referenten zurück. Das Folgeseminar für Aufsichtsräte ist bereits in Planung und für das nächste Seminar mit dem Referenten Detlef Reisener können bereits Anmeldungen entgegen genommen werden!

Bildungsurlaub „Suggestive Beeinflussung des Menschen in der NS-Zeit“ in Berlin

Bildungsurlaub „Suggestive Beeinflussung des Menschen in der NS-Zeit“ in Berlin

Der zweite Bildungsurlaub in diesem Jahr in Berlin vom 01. – 02.08.2019 mit dem Thema „Suggestive Beeinflussung des Menschen in der NS-Zeit“ war wieder lehrreich und spannend. Da die Veranstaltungen sehr beliebt sind, konnten auch in diesem Jahr nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden.

Mit fast 30 Teilnehmern starteten wir mit einem Fachvortrag in der Bundeszentrale für politische Bildung. Prof. Dr. Stefan Büttner von Stülpnagel machte uns in seinem Vortrag sehr deutlich, wie leicht der Mensch durch verschiedene Einflüsse seiner Umgebung unbewusst oder bewusst beeinflusst werden kann. Mit psychologischen Methoden wurden insbesondere in der NS-Zeit die Menschen suggestiv beeinflusst. Wir waren alle sehr beeindruckt, haben anschließend eine anregende Diskussion geführt und mussten leider auch zum heutigen Alltag sehr viele Parallelen erkennen, was Angst machen kann. Das System funktioniert immer nach den gleichen Regeln: Ideologie-Weltbild, Terror (Einsatz von Gewalt – auch psychisch), Feindbild aufbauen, Entmenschlichung (man passt nicht mehr ins Bild), Populismus (Gemeinschaft durch Abgrenzung), Heroismus (Heldentum, Heldenhaftigkeit).

Anschließend war eine Pause und gemeinsamer Fußmarsch zum jüdischen Museum angesagt. Mann sinnte über das eben Gehörte und versuchte es zu verarbeiten. Im Museum wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt und erlebten die postmoderne Architektur von Daniel Libeskind mit ihren Bezügen auf deutsch-jüdische Geschichte geprägt durch die besondere Raumerfahrung. Die Wände neigen sich, der Boden steigt an. Das Material ebenso wie die Form des Gebäudes hinterlassen Wirkung. Wie die Wahrnehmung ausgelöst wird haben wir vorher gehört und nun erfahren. Manch einer von uns war so betroffen, dass ihm während der Führung schwindlig oder gar übel wurde. Eine Beeinflussung, gespürt am eigenen Leibe.

Am nächsten Tag trafen wir uns vor dem Olympiastation. Es gilt als eines der wichtigsten Baudenkmäler der NS-Zeit. Welche Absichten ursprünglich hinter diesen architektonischen Details steckten und wie die Menschen dadurch beeinflusst wurden und die Architektur für die Zwecke der NS-Ideologie genutzt wurde, erfuhren wir während einer speziellen Architektur-Führung. Im Jahr 1912 wurden die Olympischen Sommerspiele 1916 nach Berlin vergeben. Dafür wurde innerhalb von 200 Tagen im Inneren der 1909 entstandenen Rennbahn Grunewald das Deutsche Stadion nach Plänen des Architekten Otto March errichtet und am 8. Juni 1913 eingeweiht. Wegen des Ersten Weltkriegs fanden die Olympischen Spiele 1916 jedoch nicht statt. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb Deutschland von den Olympischen Spielen 1920 und 1924 ausgeschlossen.  Die XI. Olympischen Sommerspiele 1936 wurden am 13. Mai 1931 nach Berlin vergeben. Zunächst planten die Organisatoren der Spiele, das bestehende Deutsche Stadion umzubauen. Mit den Planungen wurde Werner March, Sohn des Architekten des Deutschen Stadions Otto March, beauftragt. Entgegen der ursprünglichen Planung, das Deutsche Stadion für die Olympischen Spiele umzubauen, ordnete der neue Reichskanzler Adolf Hitler, wegen des zu erwartenden propagandistischen Effektes für Deutschland im Oktober 1933, den Bau eines neuen Großstadions an gleicher Stelle an und beauftragte den bisher zuständigen Architekten Werner March mit den Planungen. Das Stadion wurde am 1. August 1936 anlässlich der XI. Olympischen Spiele, nach einer nur 28-monatigen Bauzeit, eröffnet. In der Tribüne auf der Südseite befindet sich eine Ehrenhalle und davor die ehemalige Führerloge, die auf eine der letzten Anordnungen der britischen Militärverwaltung hin um zwei Meter verkürzt werden musste, um den Bereich, in dem sich Hitler während der Olympischen Spiele aufgehalten hat, zu entfernen und so einer möglichen neonazistischen Kultstätte vorzubeugen. Wir saßen im VIP-Bereich und erhielten all diese Erklärungen, keine Frage blieb offen.

Da am nächsten Tag die „Die Finals – Berlin 2019“ begannen, war es leider nicht möglich alles anzuschauen aber in der mehrstündigen Führung durch die gesamte Anlage bekamen wir außergewöhnlich viel erklärt von einem wirklichen Insider. Wieder schloss unser Bildungsurlaub mit einem Highlight ab. In der Abschlussreflexion haben wir die erlebten und gelernte Inhalte und Eindrücke kritisch hinterfragt und waren beeindruckt davon, wie Menschen durch unterschiedlich herbeiführte Einflüsse suggestiv beeinflusst werden können. Meist ist es die manipulative Beeinflussung einer Vorstellung oder einer Empfindung, ohne dass diese Beeinflussung von dem Beeinflussten wahrgenommen wird.

Bildungsurlauber in Kirkel

Bildungsurlauber in Kirkel

Im Bildungszentrum der Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel fand vom 26. – 30.08.2019 das Seminar mit dem Titel „Lebendige Demokratie beginnt am Arbeitsplatz – Teil 3 b“ statt. Die Teilnehmer konnten in der Seminarwoche einen umfassenden Einblick in viele verschiedene Themenfelder gewinnen. So widmete sich am Montag die saarländische Geschäftsführerin Tatjana Roeder dem Thema Entgelte. Hier führte sie etwas zu den Themenbereichen Mindestlohn, vertraglich und tariflich vereinbarten Entgelten, Entgeltersatzleistungen und der Mitbestimmung des Betriebsrats in Entgeltfragen aus.

Am Dienstag besuchte die Seminargruppe um den rheinland-pfälzischen Geschäftsführer Richard Neufang das Arbeitsgericht in Saarbrücken und besprach nach der Rückkehr nach Kirkel die dort verhandelten Fälle und aktuellen Entwicklungen in der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung.

Der zweite saarländische Geschäftsführer, Achim Leist, führte schließlich am Mittwoch zu den Themen Sozialversicherungen in Deutschland und bestimmten Inhalten des Arbeitsrechts aus. So stellte er u. A. die Geschichte der Sozialversicherungen in Deutschland und das System der Sozialversicherungsträger ausführlich dar. Außerdem wurde den Seminarteilnehmern das Leistungsstörungsrecht und Wissenswertes in Fragen von Kündigung und Abmahnung vermittelt.

Am Donnerstag zeigte der hessische Geschäftsführer Constantin Ortseifer auf, mit welchen Mitteln der Kommunikation und Rhetorik ein guter und konstruktiver Umgang mit Anderen gewährleistet werden kann, unabhängig davon, ob es sich hierbei um den Meister, einen Mitarbeiter aus der Personalabteilung oder die Geschäftsführung des Unternehmens handelt.

Abschließend führte er am Freitag zum Thema Brexit und dessen Auswirkungen auf die betriebliche Situation in Deutschland aus. Hier ging es insbesondere um die potenziellen wirtschafts- und handelspolitischen Auswirkungen des Brexits auf die in der Union verbleibenden 27 Staaten, mit einem Fokus auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mit einer Feedbackrunde am Freitag endete schließlich eine abwechslungsreiche Seminarwoche. Die Teilnehmer freuen sich schon jetzt auf ein Wiedersehen beim Folgeseminar im kommenden Jahr.

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